Montag, 4. September 2017

Dienstreise nach Odry, Tschechien

Vergangene Woche verbrachte ich in Odry, Tschechien. Auf einer Dienstreise sind die Tage immer sehr intensiv und ich nütze den Abend wenn möglich für einen Lauf. Lieber weniger Kilometer dafür dann aber auch täglich.



Laufen fing ich immer wieder an in meinem Leben. Als Schülerin, während meines Studiums in der Steiermark aber auch während meiner Zeit in Paris war ich laufen. Aber ich habe es ehrlichgesagt nicht wirklich konsequent verfolgt, dadurch auch immer wieder aufgehört.

Ich gehe jetzt mehr oder minder regelmäßig seit 2014 laufen. Motivation mit dem Laufen anzufangen war damals ein Gewinnspiel von den Bezirksblätter in Innsbruck. Sie suchten ein Team für eine Staffel beim 1. Happy Fitness Run in Innsbruck (Ende April 2014). Dadurch das der Lauf genau an meinem Geburtstag stattfand und die Länge der Staffel mit knappen 3 km auch für mich als Laufanfänger machbar schien meldete ich mich dort und wurde prompt genommen. Doch es blieb nicht bei den 3 km am Stück, nein die Reise ging weiter und es kamen heuer dann auch noch Trails und Höhenmeter dazu.

Warum wollte ich damals überhaupt laufen anfangen? Tja wegen Gewichtsreduktion. Dick war ich ja nie, dennoch hat mich die Zeit in Paris "hingerichtet". Ich nahm deutlich zu, ich trug zwar immer noch Größe 38 wie seit meinem 18. Lebensjahr, dennoch war ich schon am oberen Ende der Skala des tragbaren angelangt. Statt "normalen" 60-62kg hatte ich "plötzlich" knappe 68 und ich fühlte mich unglaublich unwohl in meinem Körper. Es fühlte sich einfach nicht richtig an für mich und nach fast 1.5 Jahren ohne Sport - obwohl ich sonst eigentlich immer "irgendetwas machte" - war es gar nicht so einfach wieder in die Gänge zu kommen. So kam ich zum Laufen - und ich hörte gar nicht mehr auf!! Denn dadurch das ich schon immer gerne in Bewegung war und vor allem am liebsten zu Fuß war es für mich logisch es mit dem Laufen zu probieren.




In diesen 4 Tagen gab es traumhaftes Wetter, wie im Hochsommer. Ich lief jeden Tag nach der Arbeit einen kleine Runde zwischen 5 und 10 km und in Summe kamen 27,3km zusammen mit 661 positiven Höhenmetern. Das war ein sehr guter Ausgleich, insbesondere da ja am Wochenende das Wetter wieder deutlich schlechter geworden ist. Ich sehe jeden Lauf als Training für meine Transalp, jeder km, jeder Höhenmeter wird mich dann schneller und fitter an mein Ziel bringen.

Lieben Gruß,
eure Anna


Dienstag, 29. August 2017

Eine Alpenüberquerung und Kaiser Max I

Laut Wikipedia dient zweckfreies wandern dem Selbstzweck, der Erbauung oder Ertüchtigung. Im Unterschied zu Weitwandern wo man "nur" mehrere Tage am Stück unterwegs ist, hat man beim Fernwandern im Verlauf der Tour nicht die Absicht wieder am Ausgangspunkt zurückzukehren.
Weiter ist nach Wikipedia eine Alpenüberquerung eine Reise über die Alpen, meist quer, seltener auch längs zum Alpenhauptkamm.

Meine geplante Route für 2018
Soviel zur Theorie. Wenn man ein bisschen googelt findet man heraus das sich schon viele Menschen auf den Weg gemacht haben die Alpen der Länge nach zu überqueren, wobei es verschiedene Ausgangspunkte gibt, von Wien, Triest oder auch München sind beliebte Startpunkte. Die bekanntesten Alpenüberquerungen quer zum Alpenhauptkamm sind sicher der Traumpfad München - Venedig und Oberstdorf - Meran.

Wie man sieht hatten viele schon diesen Traum die Alpen zu überqueren, die "Dunkelziffer", d.h. jene die das nicht publik gemacht haben dürfte wohl noch viel höher sein. Meine Mutter trug einen ähnlichen Traum in sich, keine Alpenüberquerung sondern einer Pilgerreise. In 10 Jahren ging sie von Innsbruck nach Santiago de Compostela und weiter nach Finisterre um die Füße in den Sand zu stecken. Sehr inspirierend und motivierend.

Ich weiß noch am Anfang war ich zu jung oder habe mich nicht dafür interessiert, auf alle Fälle erfasst ich in ihren ersten Jahren der Reise noch nicht den Gesamtumfang der Tour die sie da auf sich nahm. Aber doch schon während meiner Studienzeit in Leoben, Steiermark, hatte ich den Wunsch einmal nach Hause nach Innsbruck zu Fuß zu gehen. Tja, aus dem frommen Wunsch folgten nie Taten.

Blick vom Größenberg auf die Hohe Wand (Niederösterreich)



Das Leben ging weiter und mittlerweile sitze ich in Wiener Neustadt, der Allzeit Getreuen, am Anfang der Alpen, am sogenannten "Wiener Alpenbogen" nicht mehr in der Hauptstadt der Alpen, Innsbruck, welche im "Herz der Alpen" eingebettet ist.

Blick auf Innsbruck, Tirol

Für beide Städte war Kaiser Maximilian I (1459-1519) prägend. In Wiener Neustadt geboren und begraben, verbrachte er doch viel Zeit in Innsbruck. Tirol kam aufgrund dem Drängen der Tiroler Stände und der hohen Schulden unseres damaligen Landesherren Erzherzog Sigmund zum Habsburgerreich "zurück". Sigmund selbst gehörte einer Nebenlinie der Habsburger an und starb kinderlos. Kaiser Max war gerne in Tirol, er liebte die Berge, als begeisterter Kletterer, und die Jagd. Der verhalf Tirol, insbesondere Innsbruck, zum Aufschwung in vielerlei Hinsicht. Er machte die Stadt nicht nur zum Zentrum für Kunst, Waffen und Kultur sondern sorgte auch für Reformen in der  Verwaltung und sorgte für feste Behörden.

Der Wahlspruch von Kaiser Max war „Per tot discrimina rerum“ (Durch so viele Gefahren). Wie treffend für eine Alpenüberquerung. Natürlich, durch ein in heutiger Zeit perfekt ausgebautes Wander- und Hüttennetz, lassen sich viele Gefahren auf ein Minimum reduzieren. Dadurch bleibt ein Teil des möglichen Abenteuers "auf der Strecke".

Dennoch sind die Alpen kein Kinderspielplatz und eine Restgefahr bleibt immer, seien es Wetterumschwünge und daraus resultierendes Unwetter, Regen, Hagel, Murenabgänge, Felsstürze aufgrund von Spannungen im Fels oder auch Steinschlag durch Tiere oder andere vorangehende Wanderer. Neben diesen objektiven Gefahren, gibt es immer noch die Gefahr das man zu müde ist oder abgelenkt und sich dadurch nicht mehr auf den Weg konzentriert der vor einem liegt. Wie viele stürzten ab aufgrund einer Unachtsamkeit?

Ich würde am liebsten sofort loslaufen ... doch leider ist es nicht so einfach.